Schwedisch hat neun Vokale, und sie zerfallen in zwei Gruppen: harte und weiche. Welcher Gruppe der Vokal angehört, entscheidet darüber, wie das k, g oder sk davor klingt. Wer diese eine Regel sitzen hat, liest schwedische Wörter richtig, ohne sie je gehört zu haben. Vokal anklicken.
Schwedisch hat zwei Zischlaute, für die das deutsche Ohr zunächst keine Schublade hat. Sie zu unterscheiden ist der halbe Weg zu verständlicher Aussprache.
Irgendwo zwischen deutschem sch und dem ch in „Buch“, weit hinten gebildet, oft mit Lippenrundung. Klingt für deutsche Ohren fast wie ein gehauchtes huch. Die Aussprache schwankt stark je nach Region — niemand wird Sie dafür schief ansehen.
Geschrieben als: sj-, stj-, skj-, sch-, ch-, -sion, -tion, und sk- vor weichem Vokal.
Vorne im Mund, ungefähr wie das ch in „ich“, nur schärfer und mit mehr Zischen — etwa das deutsche chj in einem gehauchten „Chiemsee“.
Geschrieben als: tj-, kj-, und k- vor weichem Vokal.
Am Wortanfang verstummt der erste Buchstabe komplett. Übrig bleibt jedes Mal ein schlichtes deutsches j.
| schreibt man | spricht man |
|---|---|
| hj- | |
| lj- | |
| dj- | |
| gj- |
Trifft ein r auf d, t, n, l, s, verschmelzen beide zu einem Laut, der mit zurückgebogener Zunge gebildet wird. Das r selbst verschwindet dabei hörbar.
Das funktioniert auch über Wortgrenzen:
Eine kurze Liste, die überproportional viel bringt: Das sind Hochfrequenzwörter, und alle vier werden konsequent falsch gelesen.
| geschrieben | gesprochen | bedeutet |
|---|---|---|
| och | ock, im Redefluss oft nur „å“ | und |
| det | de | es / das |
| de / dem | beide: dom | sie / ihnen |
| mig / dig / sig | mej / dej / sej | mich / dich / sich |
| mycket | mycke | viel / sehr |
| är | e (unbetont) | ist / bin / sind |
| att | å (als Infinitivpartikel) | zu / dass |
| jag | ja | ich |
Das Singende am Schwedischen ist kein Zufall, sondern bedeutungsunterscheidend. Es gibt zwei Wortmelodien.
Ein einzelner Melodiegipfel, wie im Deutschen. Typisch für einsilbige Wörter und ihre bestimmten Formen.
Zwei Gipfel: Der Ton fällt und steigt in der zweiten Silbe noch einmal an. Typisch für zweisilbige Wörter, deren Grundform schon zweisilbig war.
| Wort | Akzent 1 | Akzent 2 |
|---|---|---|
| anden | die Ente | der Geist |
| tomten | das Grundstück | der Weihnachtsmann |
| buren | der Käfig | getragen |
| stegen | die Leiter | die Schritte |
Beruhigend: Man wird auch mit dem falschen Akzent verstanden. Der Kontext trägt fast immer.
Der größte Unterschied zum Deutschen: Der bestimmte Artikel ist keine eigenes Wort, sondern eine Endung.
Statt drei Geschlechtern gibt es zwei: Utrum (en-Wörter, rund 75 % aller Substantive) und Neutrum (ett-Wörter). Ein deutsches Geschlecht sagt dabei nichts vorher — das Buch ist
Endungen, die verlässlich sind:
Alles andere: mitlernen. Am besten nie ein Substantiv ohne Artikel notieren.
| unbestimmt | bestimmt | |
|---|---|---|
| Utrum | en bil | bilen |
| Neutrum | ett hus | huset |
| Plural (u) | bilar | bilarna |
| Plural (n) | hus | husen |
| Gr. | Endung | Beispiel | best. Plural |
|---|---|---|---|
| 1 | -or | flickorna | |
| 2 | -ar | bilarna | |
| 3 | -er | parkerna | |
| 4 | -n | äpplena | |
| 5 | — | husen |
Faustregeln: Wörter auf -a gehen in Gruppe 1. Neutra auf Vokal in Gruppe 4, Neutra auf Konsonant in Gruppe 5. Wörter auf -are bleiben unverändert (
Unregelmäßig:
Schwedische Verben werden nicht nach Person gebeugt. Eine Form gilt für alle.
Auch das Passiv ist einfach: ein angehängtes -s genügt.
| Gr. | Infinitiv | Präsens | Präteritum | Supinum |
|---|---|---|---|---|
| 1 | tala | talar | talade | talat |
| 2a | ringa | ringer | ringde | ringt |
| 2b | köpa | köper | köpte | köpt |
| 3 | bo | bor | bodde | bott |
| 4 | skriva | skriver | skrev | skrivit |
Gruppe 1 ist mit Abstand die größte und die einzige, die noch produktiv ist: Neue Verben landen automatisch dort (
Perfekt =
| Infinitiv | Präs. | Prät. | Supinum |
|---|---|---|---|
| vara | är | var | varit |
| ha | har | hade | haft |
| göra | gör | gjorde | gjort |
| gå | går | gick | gått |
| se | ser | såg | sett |
| få | får | fick | fått |
| veta | vet | visste | vetat |
| säga | säger | sa | sagt |
| komma | kommer | kom | kommit |
| ta | tar | tog | tagit |
| äta | äter | åt | ätit |
| dricka | dricker | drack | druckit |
Nach Modalverben steht der blanke Infinitiv — wie im Deutschen, ohne „zu“.
Falle:
Schwedisch ist wie Deutsch eine V2-Sprache. Der Unterschied liegt im Nebensatz — und da lohnt sich eine Eselsbrücke.
Egal was vorne steht — das gebeugte Verb kommt als zweites Satzglied.
Aber: Das zweite Verb bleibt vorne beim ersten, es wandert nicht ans Satzende wie im Deutschen.
Bisats — Inte — Före — Finita verbet
Im Nebensatz steht
Und anders als im Deutschen bleibt die Wortstellung im Nebensatz sonst gleich — das Verb wandert nicht ans Ende.
| Kontext | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| en-Wort | Grundform | en stor bil |
| ett-Wort | + t | ett stort hus |
| Plural | + a | stora bilar |
| bestimmt | + a | den stora bilen |
Steigerung:
Kein do, kein Umweg — einfach Verb nach vorne.
Kein Kuriositätenkabinett — das sind Alltagswörter, die in jedem zweiten Gespräch vorkommen und deren Fehlen im Deutschen man erst merkt, wenn man sie kennt.
Nicht zu viel, nicht zu wenig — genau richtig. Funktioniert als Antwort auf fast alles:
Verb und Substantiv: Kaffee trinken, mit etwas Süßem, mit Menschen, mit Zeit. Kein Snack, sondern ein Format.
Die Energie für etwas haben.
Es zeitlich schaffen.
Gemütlich, aber wärmer und geselliger. Ein Abend ist
Gut in etwas, tüchtig. Wird ohne jede Ironie und ständig verwendet, auch unter Erwachsenen:
Anstrengend, mühsam, nervig — für Aufgaben, Situationen und Personen gleichermaßen. Das meistgebrauchte Beschwerdewort des Landes.
Das Jedermannsrecht: Man darf sich in der Natur frei bewegen, zelten und Beeren pflücken, auch auf fremdem Grund — solange man nicht stört und nichts zerstört. Rechtsbegriff und Lebensgefühl in einem.
Falls Sie irgendwann in Uppsala oder Göteborg im Katalog stehen: der Fachwortschatz, den man dort tatsächlich liest.
| Schwedisch | Deutsch | Anmerkung |
|---|---|---|
| ett bibliotek | Bibliothek | Neutrum! |
| en bibliotekarie | Bibliothekar:in | Pl. |
| en bok · böcker | Buch · Bücher | unregelmäßiger Plural |
| en hylla | Regal | |
| en katalog | Katalog | Pl. |
| att söka | suchen | |
| ett sökord | Suchbegriff | wörtl. „Suchwort“ |
| ett ämnesord | Schlagwort | |
| en tidskrift | Zeitschrift | vs. |
| att låna | ausleihen | |
| ett lånekort | Bibliotheksausweis | wörtl. „Leihkarte“ |
| en låntagare | Nutzer:in | wörtl. „Leihnehmer“ |
| en läsesal | Lesesaal | |
| ett magasin | Magazin, Depot | auch: Zeitschrift |
| ett arkiv | Archiv | |
| en avhandling | Dissertation | |
| en uppsats | Aufsatz, Seminararbeit | |
| ett fjärrlån | Fernleihe | |
| en förvärvning | Erwerbung | auch |
| att gallra | aussondern | wörtl. „ausdünnen“ (Forstwirtschaft!) |
Wie im Deutschen werden Wörter zusammengesetzt — nur oft anschaulicher. Wer die Teile kennt, errät die Bedeutung.
| Wort | wörtlich | bedeutet |
|---|---|---|
| dammsugare | Staub-Sauger | Staubsauger |
| tandkött | Zahn-Fleisch | Zahnfleisch |
| grönsaker | Grün-Sachen | Gemüse |
| nyckelpiga | Schlüssel-Magd | Marienkäfer |
| smörgås | Butter-Gans | belegtes Brot |
| tvättbjörn | Wasch-Bär | Waschbär |
| fladdermus | Flatter-Maus | Fledermaus |
| eldsjäl | Feuer-Seele | begeisterte:r Antreiber:in |
| kärlek | Lieb-Spiel | Liebe |
| vardagsrum | Alltags-Raum | Wohnzimmer |
| sjukhus | Krank-Haus | Krankenhaus |
| Hej! | Hallo (immer richtig) |
| Hej hej! / Tjena! | Hi (locker) |
| Hej då! | Tschüss |
| Vi ses! | Bis bald |
| Tack! | Danke |
| Tack så mycket! | Vielen Dank |
| Varsågod | Bitte (beim Geben) |
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| Jag förstår inte. | Ich verstehe nicht. |
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| Vad betyder det? | Was bedeutet das? |
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| Jag lär mig svenska. | Ich lerne Schwedisch. |
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